Anwendungshilfe 05 / 10
Druckverband am Unterarm
Bei einer starken Blutung zählt sofortiger Druck auf die Blutungsstelle. Diese Bildfolge zeigt anschließend einen Druckverband am Unterarm eines Erwachsenen.
Gut zu wissen
Wofür ist das Material gedacht?
Ein Druckverband kann den Druck auf eine bereits kontrollierte Blutung aufrechterhalten. Er ersetzt weder den Notruf noch die weitere Beobachtung.
Bevor Sie beginnen
Hilfe organisieren. Direkt handeln.
Das benötigen Sie
- Medizinische Einmalhandschuhe
- Sterile Wundauflage mit Binde oder ein Verbandpäckchen
- Ein weiteres ungeöffnetes Verbandpäckchen als Druckpolster
- Telefon für den Notruf
Darauf achten Sie zuerst
- Eigene Sicherheit beachten. Handschuhe anziehen, wenn sie unmittelbar verfügbar sind. Lebensrettenden Druck nicht durch langes Suchen verzögern.
- Diese Anleitung gilt nicht für Hals, Brustkorb oder Bauch. Steckt ein Gegenstand in der Wunde, diesen belassen und nicht darauf drücken.
Schritt für Schritt
Die Anwendung Schritt für Schritt.
Eigene Illustrationen für die stehMED Wissenswelt begleiten die Anleitung. Lesen Sie die Erklärung zu jedem Schritt. Zum Vergrößern wählen Sie das jeweilige Bild.
- Schritt 01
Sofort Druck ausüben
Drücken Sie mit einer Wundauflage oder einem sauberen Tuch fest und anhaltend auf die Blutungsstelle. Lassen Sie zum Nachsehen nicht ständig los.
- Schritt 02
112 veranlassen
Eine zweite Person ruft 112. Sind Sie allein, nutzen Sie möglichst die Freisprechfunktion und halten den Druck aufrecht. Beschreiben Sie die starke Blutung.
- Schritt 03
Auflage sicher halten
Erst wenn die Blutung unter Kontrolle ist, legen Sie den Verband an. Die vorhandene Auflage bleibt auf der Wunde. Halten Sie den Druck beim Befestigen möglichst aufrecht; eine zweite Person kann helfen.
- Schritt 04
Druckpolster auflegen
Legen Sie ein zweites, ungeöffnetes Verbandpäckchen als nachgiebiges Druckpolster genau über die bedeckte Blutungsstelle. Verwenden Sie dafür keinen harten oder spitzen Gegenstand.
Das nachgiebige Druckpolster kommt auf die bereits bedeckte Blutungsstelle, nicht direkt auf die Wunde. - Schritt 05
Polster fest umwickeln
Wickeln Sie die Binde über das Druckpolster und befestigen Sie das Ende. Der Druck soll auf der Wunde liegen. Der Verband darf den Arm nicht abschnüren; lassen Sie die Finger sichtbar.
Das Polster befestigen und die Finger frei lassen. Der Verband darf den Arm nicht abschnüren. - Schritt 06
Weiter beobachten und helfen
Bleiben Sie bei der Person. Blutet es weiter stark, üben Sie erneut festen Druck auf den Wundbereich aus und melden dies sofort der Leitstelle. Prüfen Sie auch, ob die Finger kalt, blass oder taub werden, und berichten Sie Veränderungen.
Bei weiter starker Blutung erneut festen Druck ausüben und die Leitstelle informieren. Veränderungen an den Fingern mitteilen.
Aufmerksam bleiben
Häufige Fehler vermeiden.
- Für einen schönen Verband den direkten Druck lange unterbrechen.
- Fremdkörper herausziehen oder Druck auf einen steckenden Gegenstand ausüben.
- Einen Druckverband mit einer Abbinde-Technik verwechseln.
Grenzen der Selbsthilfe
Wann weitere Hilfe nötig ist.
- Starke oder anhaltende Blutung ist ein Notfall. Rufen Sie 112 und halten Sie die Person warm.
- Eine lebensbedrohliche Blutung an Arm oder Bein, die trotz direkten Drucks anhält, kann ein geeignetes Tourniquet erfordern. Informieren Sie die Leitstelle sofort und holen Sie entsprechend geschulte Hilfe. Eine improvisierte Abbindung wird hier nicht angeleitet.
- Bei fehlender Reaktion oder nicht normaler Atmung sofort die Leitstelle informieren und deren Anweisungen zur Wiederbelebung befolgen.
Kurz nachgedacht
Was nehmen Sie mit?
Was hat bei einer starken Blutung zuerst Vorrang?
Wählen Sie eine Antwort.
- Sofort festen direkten Druck ausüben und 112 veranlassen
- Zuerst alle Verbandmaterialien sorgfältig sortieren
- Den Arm mit einer schmalen Schnur abbinden
Antwort anzeigen
Sofort festen direkten Druck ausüben und 112 veranlassen
Direkter Druck soll ohne unnötige Verzögerung beginnen. Ein Druckverband folgt, wenn die Blutung kontrolliert ist. Bei anhaltender lebensbedrohlicher Blutung braucht es sofort weitere Hilfe.
