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Erste Hilfe verstehen

Erste Hilfe
im Notfall.

Die wichtigsten Grundlagen für Erwachsene. Verständlich erklärt und Schritt für Schritt zum Nachlesen.

ErwachseneGrundlagen
Erste Hilfe in einer ruhigen Trainingsumgebung kennenlernen
Illustrative Trainingsszene.
Im echten Notfall112

Die Leitstelle begleitet Sie.
Diese Seite dient dem Lernen.

Lernangebot · Die fachliche Freigabe steht noch aus.

Dieser Überblick behandelt Erwachsene. Für Kinder und Säuglinge gelten besondere Maßnahmen. Die Wissenswelt ergänzt einen praktischen Erste Hilfe Kurs und die Einweisung in das vorhandene Gerät. Sie ersetzt beides nicht.

Bei einem echten Notfall wählen Sie 112. Nutzen Sie dann keine Lernsimulation, sondern folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle.

01

Erst die Umgebung prüfen

Schauen Sie kurz, ob Sie sich der Person sicher nähern können. Achten Sie beispielsweise auf Straßenverkehr, Strom, Rauch oder andere Gefahren. Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Sprechen Sie Umstehende gezielt an und verteilen Sie Aufgaben. Eine Person kann den Notruf übernehmen, eine andere den Rettungsdienst zum richtigen Eingang führen. Erste Hilfe beginnt damit, die Situation wahrzunehmen und Hilfe zu organisieren.

02

Keine Reaktion bedeutet sofort Hilfe rufen

Sprechen Sie die Person laut an und berühren Sie vorsichtig ihre Schultern. Reagiert sie nicht, rufen Sie sofort 112 oder lassen Sie eine andere Person anrufen. Schalten Sie Ihr Telefon auf Lautsprecher. Während die Verbindung aufgebaut wird, prüfen Sie die Atmung. Warten Sie mit dem Notruf nicht, bis alle weiteren Prüfungen abgeschlossen sind.

Nennen Sie zuerst den genauen Ort, bei Bedarf auch Gebäude, Stockwerk und Zugang. Beantworten Sie anschließend die Fragen der Leitstelle und bleiben Sie am Telefon, bis diese das Gespräch beendet. Sie müssen keine auswendig gelernte Liste aufsagen. Die Leitstelle fragt die benötigten Informationen ab und kann Sie bei den Maßnahmen anleiten.

Schritt für Schritt im Bild

Hilfe verständlich organisieren.

Keine Reaktion: sofort 112 anrufen. Während die Verbindung aufgebaut wird, die Atmung prüfen. Die Leitstelle begleitet Sie.

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  1. 112: Verbindung halten, Anleitung bekommen

    Nennen Sie zuerst den genauen Notfallort. Beschreiben Sie kurz, was passiert ist. Beantworten Sie die Fragen der Leitstelle und nutzen Sie den Lautsprecher, wenn Sie gleichzeitig helfen. Legen Sie erst auf, wenn die Leitstelle es sagt.

    Ein Telefon mit 112 steht neben drei Schritten: Ort nennen, Fragen beantworten und auf Lautsprecher weiterhelfen.
    Die Leitstelle führt durch das Gespräch und kann Sie bei der Ersten Hilfe anleiten.
03

Normale Atmung erkennen

Neigen Sie den Kopf vorsichtig nach hinten und heben Sie das Kinn an, um die Atemwege zu öffnen. Sehen Sie nach Bewegungen des Brustkorbs, hören Sie an Mund und Nase auf Atemgeräusche und fühlen Sie nach Atemluft. Diese Kontrolle dauert höchstens zehn Sekunden.

Einzelnes Schnappen nach Luft ist keine normale Atmung. Ist die Person ohne Reaktion und atmet nicht normal, beginnen Sie mit der Wiederbelebung. Beschreiben Sie Unsicherheiten unmittelbar der Leitstelle.

04

Mit der Herzdruckmassage beginnen

Knien Sie seitlich neben dem Brustkorb. Legen Sie einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbs, auf die untere Hälfte des Brustbeins, und die andere Hand darüber. Die Arme bleiben gestreckt, Ihre Schultern befinden sich über den Händen. Drücken Sie bei Erwachsenen 100 bis 120 Mal pro Minute und fünf bis sechs Zentimeter tief. Lassen Sie den Brustkorb nach jedem Druck vollständig zurückfedern. Halten Sie Unterbrechungen möglichst kurz.

Wenn Sie die Beatmung gelernt haben, sie durchführen können und dazu bereit sind, wechseln Sie 30 Herzdruckmassagen mit zwei Atemspenden ab. Andernfalls drücken Sie ohne Beatmung weiter. Setzen Sie die Maßnahmen fort, bis professionelle Hilfe übernimmt oder Sie eindeutige Lebenszeichen mit normaler Atmung erkennen. Folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle.

Schritt für Schritt im Bild

Drücken. Entlasten. Weiterhelfen.

Für Erwachsene ohne Reaktion und ohne normale Atmung. Die Bilder zeigen eine Übung an einer Trainingspuppe.

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  1. Den Handballen mittig aufsetzen

    Setzen Sie den Handballen auf die Mitte des Brustkorbs, auf die untere Hälfte des Brustbeins. Legen Sie die zweite Hand darüber und verschränken Sie die Finger.

    Ansicht einer Trainingspuppe von oben: zwei übereinanderliegende Handballen liegen mittig auf der unteren Hälfte des Brustbeins.
    Der Druck geht über die Handballen auf das Brustbein. Die Finger drücken nicht auf die Rippen.
  2. Die Schultern über die Hände bringen

    Knien Sie seitlich. Strecken Sie die Arme und bringen Sie die Schultern senkrecht über die Hände. Die Abbildung zeigt eine Trainingspuppe.

    Eine kniende Person übt an einer Trainingspuppe mit gestreckten Armen; ihre Schultern stehen über den Händen auf der Brustmitte.
    Gestreckte Arme helfen, den Druck senkrecht auf den Brustkorb zu übertragen.
  3. Kräftig drücken und ganz entlasten

    Drücken Sie bei Erwachsenen 100 bis 120 Mal pro Minute, etwa 5 bis 6 Zentimeter tief. Entlasten Sie den Brustkorb nach jedem Druck vollständig; die Hände bleiben in Kontakt.

    An der Trainingspuppe zeigen Pfeile am Handkontakt Druck und Entlastung; dazu stehen 100 bis 120 pro Minute und 5 bis 6 Zentimeter.
    Gleichmäßiger Rhythmus, ausreichende Tiefe und vollständige Entlastung gehören zusammen.
  4. Den Rhythmus beibehalten

    Wenn Sie geübt und bereit sind, wechseln Sie 30 Herzdruckmassagen mit 2 Beatmungen ab. Unterbrechen Sie dafür höchstens 10 Sekunden. Ohne Beatmung drücken Sie ohne Unterbrechung weiter. Nutzen Sie einen AED, sobald er verfügbar ist, und folgen Sie seinen Ansagen.

    Übung an der Trainingspuppe mit dem Verhältnis 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen und dem Hinweis auf kontinuierliches Drücken ohne Beatmung.
    Bei fehlender Reaktion und keiner normalen Atmung: 112, Wiederbelebung und AED. Folgen Sie auch der Leitstelle.
05

Einen AED einsetzen

AED steht für automatisierter externer Defibrillator. Das Gerät analysiert den Herzrhythmus und empfiehlt nur dann einen Schock, wenn dieser angezeigt ist.

Lassen Sie einen verfügbaren Defibrillator möglichst durch eine weitere Person holen, während die Wiederbelebung weiterläuft. Schalten Sie den AED ein und befolgen Sie seine Ansagen. Kleben Sie die Elektroden auf den entblößten Brustkorb, entsprechend der Abbildung auf den Elektroden.

Während der Analyse und einer Schockabgabe darf niemand die Person berühren. Beim Halbautomaten wird ein empfohlener Schock per Taste ausgelöst, beim Vollautomaten erfolgt er nach Ankündigung automatisch. Beginnen Sie danach sofort wieder mit der Herzdruckmassage. Das gilt auch, wenn das Gerät keinen Schock empfiehlt.

06

Bewusstlos und normal atmend

Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung und ohne Hinweis auf eine Unfallverletzung ist die stabile Seitenlage geeignet. Der Kopf bleibt vorsichtig nach hinten geneigt, der Mund zeigt nach unten, damit Flüssigkeit abfließen kann. Bleiben Sie bei der Person und kontrollieren Sie die Atmung wiederholt. Sie darf auch in Seitenlage nicht unbeobachtet bleiben.

Bei einer vermuteten Unfallverletzung bewegen Sie die Person möglichst wenig und lassen sich von der Leitstelle anleiten. Freie Atemwege haben Vorrang. Wenn die Atmung aussetzt oder nicht mehr normal ist, bringen Sie die Person in Rückenlage und beginnen Sie die Wiederbelebung.

Schritt für Schritt im Bild

In eine stabile Seitenlage bringen.

Für Erwachsene ohne Reaktion, die normal atmen und bei denen kein Hinweis auf eine Unfallverletzung besteht. 112 rufen und bei der Person bleiben.

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  1. Nahen Arm anwinkeln

    Knien Sie seitlich neben der Person. Legen Sie den nahen Arm rechtwinklig zum Körper ab und winkeln Sie den Ellenbogen an. Die Handfläche zeigt nach oben.

    Draufsicht: Der nahe Arm ist seitlich rechtwinklig abgelegt, der Ellenbogen gebeugt und die Handfläche nach oben geöffnet.
    Der Arm auf Ihrer Seite liegt angewinkelt; die Handfläche zeigt nach oben.
  2. Ferne Hand an die Wange legen

    Fassen Sie den fernen Arm am Handgelenk. Führen Sie ihn über den Brustkorb und legen Sie den Handrücken an die Ihnen zugewandte Wange. Halten Sie die Hand dort fest.

    Der ferne Arm liegt über dem Brustkorb. Sein Handrücken berührt die nahe Wange und wird von der helfenden Person gehalten.
    Der Handrücken liegt an der Wange. Die helfende Hand hält ihn dort.
  3. Fernes Bein anwinkeln

    Greifen Sie mit Ihrer freien Hand das ferne Bein oberhalb des Knies. Ziehen Sie es nach oben; der Fuß bleibt am Boden. Die Hand an der Wange bleibt gehalten.

    Das ferne Knie ist angehoben, der Fuß bleibt aufgesetzt. Der nahe Arm und die Hand an der Wange bleiben in ihrer Position.
    Das ferne Knie wird angewinkelt. Der Fuß bleibt auf dem Boden.
  4. Zu sich auf die Seite drehen

    Ziehen Sie am angewinkelten Bein und drehen Sie die Person vorsichtig zu sich. Halten Sie dabei die Hand an der Wange. Das obere Bein stabilisiert anschließend die Lage.

    Die Person wird über das angewinkelte ferne Bein zur helfenden Person gedreht. Die Hand bleibt zwischen Wange und Unterlage.
    Zur eigenen Seite drehen. Hand und Kopf bleiben unterstützt.
  5. Atemwege frei halten und beobachten

    Richten Sie das obere Bein so aus, dass Hüfte und Knie gebeugt sind. Neigen Sie den Kopf vorsichtig nach hinten, damit die Atemwege frei bleiben. Der Mund ist geöffnet und zeigt nach unten. Prüfen Sie die Atmung fortlaufend.

    Stabile Seitenlage mit gebeugtem oberem Bein. Der Kopf ist vorsichtig nach hinten geneigt, die Hand liegt an der seitlichen Wange und der freie Mund zeigt nach unten.
    Kopf leicht nach hinten, Mund frei nach unten. Normale Atmung weiter prüfen.
07

Starke Blutungen versorgen

Eine starke Blutung braucht sofortige Hilfe und einen Notruf. Drücken Sie mit einer Wundauflage oder einem möglichst sauberen Tuch fest auf die blutende Stelle. Halten Sie den Druck aufrecht. Wenn geeignet und erlernt, kann ein Druckverband helfen. Beruhigen Sie die Person, schützen Sie sie vor Auskühlung und beobachten Sie Bewusstsein und Atmung, bis Hilfe übernimmt. Verzögern Sie die Blutstillung nicht, um perfektes Material zu suchen.

Schritt für Schritt im Bild

Druck halten. Hilfe holen.

Bei einer starken Blutung sofort direkten Druck ausüben und 112 rufen. Die Blutstillung nicht durch die Suche nach Material verzögern.

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  1. Sofort festen Druck ausüben

    Drücken Sie mit einer Wundauflage oder einem sauberen Tuch direkt auf die stark blutende Stelle. Warten Sie mit dem Druck nicht auf zusätzliches Material. Tragen Sie Einmalhandschuhe, wenn sie unmittelbar verfügbar sind.

    Zwei blau behandschuhte Hände drücken eine weiße Wundauflage fest auf den Unterarm.
    Die Zeichnung zeigt direkten Druck auf eine abgedeckte Wunde ohne Fremdkörper.
  2. 112 rufen und den Druck halten

    Lassen Sie den Notruf 112 absetzen. Sind Sie allein, verwenden Sie möglichst den Lautsprecher. Halten Sie den Druck auf die Wunde und folgen Sie den Anweisungen der Leitstelle.

    Während die Hände unverändert Druck auf die Wundauflage halten, zeigt ein danebenliegendes Telefon den Notruf 112.
    Notruf und anhaltender Druck gehören zusammen. Unterbrechen Sie den Druck nicht zum Nachsehen.
  3. Weiter betreuen und warm halten

    Halten Sie den Druck weiter aufrecht. Lassen Sie die betroffene Person möglichst liegen, schützen Sie sie vor Auskühlung und beobachten Sie Bewusstsein und Atmung. Bleiben Sie bei der Person, bis der Rettungsdienst übernimmt.

    Die Wundauflage wird weiter fest gedrückt. Eine Decke schützt die betroffene Person vor Auskühlung; der versorgte Unterarm bleibt erreichbar.
    Druck beibehalten, beruhigen und Wärme erhalten. Bei Zustandsänderungen sofort die Leitstelle informieren.
08

Vorbereitung macht Abläufe vertrauter

Wissen Sie, wo sich Verbandmaterial und der nächste AED befinden? Sind die Standorte gekennzeichnet und zugänglich? Prüfen Sie vorhandenes Material regelmäßig und ersetzen Sie Verbrauchtes. Besprechen Sie im Team, wer alarmiert und wer Rettungskräfte einweist. Ein praktischer Kurs bietet Gelegenheit, Handgriffe zu üben und Fragen zu stellen.

In unserer myPAD Lernsimulation können Sie sich zusätzlich mit der Bedienfolge vertraut machen. Bildschirmübungen messen keine echte Drucktiefe und ersetzen das Üben an einer Trainingspuppe nicht. Für die Anwendung eines realen Geräts sind dessen Gebrauchsanweisung und Ansagen maßgeblich.

Vom Lesen zum Kennenlernen

Die Bedienfolge selbst erkunden.

Wählen Sie in der Lernsimulation ein myPAD Modell, ordnen Sie Elektroden zu und üben Sie den Rhythmus per Tippen.

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